So funktionieren die H-Überschriften

Damit klar wird, wie die H-Überschriften funktionieren, erzähle ich am besten eine kleine Geschichte:

Ich verschenke ein Wanderbuch

Ich gehe mit zwei quengelnden Kindern in den Outdoorshop meines Vertrauens und schaue mir die Bücher an. Ich schaue mich ausgiebig um und finde die Bücher nicht auf Anhieb. Dann ist es gar nicht so einfach, das Regal zu finden, in dem generell übers Wandern geschrieben wird.

Wenn ich vorher schon unsicher war, ob es tatsächlich eine gute Idee war, mit den Kindern zusammen das Buch auszusuchen, kann ich mir jetzt sicher sein: das wird anspruchsvoll.

Ich nehme den Bub auf den Arm und lese schnell die Buchrücken quer. Das passt meinem Mädchen überhaupt nicht. Die will natürlich auch hoch. Ganz klar. Keins der Bücher scheint so recht zu passen und es ist auch kein Verkäufer weit und breit in Sicht.

Mein Bub weint jetzt wirklich fürchterlich und lässt sich auch nicht mehr auf später vertrösten. Meine Große ist da ein bisschen pflegeleichter. Aber nicht viel. Ich merke gerade, dass sich dieser Blogartikel wie ein Thriller liest.

Wird es die Protagonistin schaffen und das Wanderbuch kaufen?

Ich gehe im Kopf schnell meine Optionen durch und schmiede einen Notfallplan. Eigentlich bin ich ja in den Outdoorladen gefahren, damit ich mir die Bücher mal in Ruhe (HAHAHA!) anschauen kann. Dann wollte ich das Beste aussuchen.

Das halte ich gedanklich schon mal ab und beschließe, mir wenigstens die Inhaltsverzeichnisse anzuschauen. Auf keinen Fall komme ich noch ein zweites mal wieder. Das Projekt wird jetzt abgeschlossen. So schnell kann man als zweijähriger Mitteleuropäer jetzt auch nicht verhungern.

Völlig genervt nehme ich mit meiner freien Hand die Bücher aus dem Regal und lese nacheinander jeweils das Inhaltsverzeichnis quer. Jetzt kann ich direkt noch eins ausschließen.

Ich mache drei Kreuze, als ich endlich bezahlt habe und den Laden verlassen kann.

Auch, wenn die Aktion wirklich anstrengend war: zumindest habe ich jetzt ein sehr schönes Wanderbuch und kann mich guten Gewissens wieder auf den Heimweg machen. Die Widmung schreibe ich rein, wenn die Kinder schlafen. Dann packe ich es auch zusammen mit zwei Blasenpflastern ganz liebevoll ein.

Ein Hoch auf das Inhaltsverzeichnis

Ohne das Inhaltsverzeichnis hätte ich meine Mission allerdings nicht erfolgreich abschließen können.

Was du daraus für dein Blog lernen kannst:

Überschriften sind ein mächtiges Werkzeug

Mit Überschriften, kannst du im Kleinen das lösen, was ein Inhaltsverzeichnis für ein Buch übernimmt: du gibst Google die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert einen Überblick über deine Inhalte und Themen zu verschaffen, über die du bloggst.

Denn Google kann zwar Texte systematisch auswerten, allerdings nicht lesen und verstehen. Da musst du schon ein bisschen Hilfestellung leisten.

Dazu kommt, dass du deine Texte so für deine Leserinnen sichtbar auflockerst. Von so einem extralangen dicken Textblock wird man nämlich regelrecht erschlagen. Das gilt erstrecht für das Internet. Vor allem für Inhalte, die deine Leserinnen auf ihrem Handy lesen.

Stichwort mobile Optimierung

Denk mal darüber nach wann und wie du auf dem Handy liest. Ich kann da mal kurz aus dem Nähkästchen plaudern: Newsletter, die ich abonniert habe wandern direkt in einen extra Ordner und kommen gar nicht in die Inbox. Darin stöbere ich im Supermarkt an der Kasse. Da muss ich ohnehin kurz warten. Außerdem lese ich das am Bahnhof auf dem Gleis oder in der Bahn. Morgens beim ersten Kaffee, wenn ich früh dran bin oder in diesen kurzen Momenten, in denen meine Kinder völlig unerwartet richtig schön (ohne mich) spielen. Meine 100%ige ungeteilte Aufmerksamkeit haben die Texte dann allerdings nicht.

Im Internet werden Texte oft gar nicht sorgfältig gelesen, sondern nur gescannt 

Wenn sie mir wirklich richtig wichtig sind, kommen sie in mein Pocket. Also meine App, die habe ich extrem lieb gewonnen. Denn das ist ein digitales Magazin, in dem nur meine Lieblingsartikel sind. Und das lese ich gern abends in Ruhe auf der Couch.

Meine aktuelle Leseliste:

 

Unterschätze nie, in welche Situationen man kommen kann, wenn man “noch schnell” einen interessanten Artikel lesen will und dann das Telefon klingelt oder der Kaffee umfällt.

Bereite deine Texte also immer für die dümmst anzunehmende Situation vor

Die Situation, in der ich als Mama völlig relaxt mit einer Tasse Kaffee anfange zu lesen und mit zwei unruhigen Kindern auf dem Schoß (“Moment, die Mama liest gerade nur noch den Artikel fertig”) mit Hängen und Würgen die letzten zwei Absätze überfliegen kann.

Nutze die H-Überschriften aktiv, um deine Texte zu strukturieren und deine Leserinnen auch in anspruchsvollen Lesesituationen gut durch den Inhalt führen.

Im Schnitt lesen fünf mal mehr Menschen deine Überschrift als deinen Text. Wenn die Überschrift hervorragend ist, kannst du dich frei nach #80istdasneue100 zurücklehnen, denn du hast deine Hausaufgaben gemacht.

Wie nutzt du denn jetzt die H-Überschriften richtig?  

Jede Seite sollte nur eine H1 Überschrift haben. In WordPress ist das der Titel. Die H1 wird also automatisch gesetzt.

Zwischenüberschriften bitte mit gesundem Menschenverstand zu verwenden.

Natürlich ist es hervorragend für dein SEO, wenn in den Überschriften dein Keyword vorkommt. Wenn du aber keinen geraden Satz mit deinem Keyword zusammen bekommst, dann lass es bitte bleiben. Denn deinen Lesern wird das auch auffallen und für die schreiben wir in erster Linie.

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So baut man einen Text auf:

H1: Dein Blogtitel (also für den Artikel)

H2: die Zwischenüberschriften

Test, Text, Text.

Hier kannst du schreiben, was du willst, es sollte allerdings möglichst gut recherchiert und interessant sein.

Lorem Ipsum….

H2: mehr Zwischenüberschriften

Davon kannst du genau so viele machen, wie du brauchst. Wer mehr zu sagen hat, braucht auch viele Zwischenüberschriften. (H3 würdest du nutzen, wenn du eine weitere Ebene aufmachen willst  H1: Süßigkeiten; H2: Schokolade; H3: Milchschokolade, Pralinen, vegane Schokolade usw.)

Lorem Ipsum…

H2: Zwischenüberschrift

Jetzt kannst du dann auch schon das Ende schreiben. Wahrscheinlich hast du jetzt verstanden, wie die H-Überschriften genutzt werden.

Lorem Ipsum Galore……..

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Dos und Don’ts

Die Überschriften nur im Textbereich platzieren (und nicht als Formatierung nutzen).

  • Keine Überschriften in der Navigation.
  • Keine Überschriften in der Sidebar oder in Boxen neben dem Text (Newsletter abonnieren).
  • Keine Überschriften in Footer Elementen.

Wenn du in den Elementen das Textformat ändern möchtest, musst du das im Zweifel anders lösen. Denn die H-Überschriften sind hier Tabu.

Andere Formatierungsmöglichkeiten: fett, kursiv oder VERSALIEN.

Nutzt du in deinem Blog die H-Überschriften und hast du sie bisher auch richtig angewendet?

 

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