Hier ist das Universum: mach mal Ziele

Die Zwillingsmama von Doppelkinder.com schreibt heute über Ziele. Das ist für mich eine große Ehre, denn Juli hat ja bekanntlich doppelt so viel zu tun, wie andere Mamas. Das nimmt sie allerdings mit Humor und hat die Zwillbos wahrscheinlich gerade mit den Motorsägen in den Wald geschickt, damit sie in Ruhe bloggen oder Podcasten kann.

Was sind denn eigentlich deine Ziele?

Juli Scharno: Doppelkinder Mama und Profi Zielemacherin

Ich würde diesen Beitrag gerne fulminant eröffnen. Bämm. Doch wenn sich bei all der ersehnten Fulminanz bereits im zweiten Wort ein Konjunktiv einschleicht, dann muss ich niemandem lange versuchen weiszumachen, dass ich das Pferd nicht von vorne aufzäume. Aber von hinten zäume ich es auch nicht auf. Ist es eigentlich ein Pferd – und wenn ja, zäume ich überhaupt? Ja, es ist ein Pferd, denn es hat jede Menge Power und Vorwärtsdrang. Aber eins nach dem anderen.

Ziele: Etwas, mit dem ich mich noch nicht auseinander gesetzt habe

Als Mareike mir die Gelegenheit gab, diesen Artikel zu schreiben, fühlte ich mich erstmal gewaltig erwischt. „Hoppla“, dachte ich bei mir, „jetzt klopft das Universum aber persönlich bei dir an und verlangt, dass du dich endlich mal mit deinen Zielen auseinander setzt!“. Jetzt muss ich wohl ran, dachte ich mir. Los jetzt, noch mal kräftig reflektieren und dann endlich mal alles ganz klar und prägnant aufschreiben, damit ich es vor Augen stehen habe.

Aber. Es gibt immer ein Aber. Doch dieses hat eine Berechtigung. Ich möchte nicht leugnen, dass diese Art des sich gewahr Werdens ein unbestechlich wichtiges und wirksames Tool ist. Aber. Natürlich habe ich äußerliche Ziele. Und damit meine ich nicht, die letzten beiden Kilos zu verlieren, die meine Söhne mir nach der Zwillingsschwangerschaft als Souvenir dagelassen haben. Natürlich möchte ich meinen Blog noch bekannter machen, möchte die Follower-Zahlen bei Facebook und Instagram weiter ausbauen, mich weiter vernetzen. Ich möchte noch mehr darüber lernen, wie ich meine schmissigen Texte dabei unterstützen kann, ihren Weg in die Welt der Leser zu finden, Kooperationen absahnen und zu Ruhm und Ansehen gelangen. Natürlich.

Erfolg: wie definiere ich das eigentlich?

Aber ich habe keinen Drei-Jahres-Plan. Ich habe nicht einmal einen Jahresplan. Die Strategen unter euch werden jetzt schon mit ordentlich Adrenalinausschüttung zu kämpfen haben, mir hilft dabei Yoga immer ungemein – das aber nur als kleiner Tipp am Rande. Mein Ziel ist vielmehr ein inneres. Es ist ein Zustand. Wie möchte ich mich fühlen mit dem, was ich tue? Die Antwort habe ich schnell parat: erfolgreich! Das bringt uns in die nächste Definitions-Bredouille. Denn was bedeutet Erfolg eigentlich? Da ist leider zum Glück jeder wieder auf eigene Antworten angewiesen.

Ich fühle mich erfolgreich, wenn meine Arbeit mir Freude bereitet. Wenn ich mich daran zu höchst möglichen Teilen selbst verwirklicht fühle. Wenn ich all’ das hineingebe, womit mich – wer auch immer mich geschöpft hat – von Werk her ausgestattet hat. Und das ist eine Menge. So wie bei jedem von euch. Denn dann gehe ich vollkommen darin auf. Dann ist es keine Arbeit, sondern ein großes Vergnügen (was Stress nicht zwangsläufig ausschließt), dann entsteht Resonanz in mir und in den Menschen, die ich erreiche. Dann mehrt sich in mir die positive Energie, die die richtigen Menschen zur richtigen Zeit anzieht. Und das müssen nicht zwangsläufig große Firmenbosse sein, die mir die fetten Deals vorschlagen.

Das sind Menschen, die mich inspirieren und die neue Ideen in mir gedeihen lassen. Das sind Leser, die mir kurze und lange Nachrichten schreiben. Oder manchmal nur ein Wort: Danke. Denn das verleiht all’ dem Output der letzten drei Jahre einen Sinn. Meine Arbeit hilft anderen Menschen weiter und löst Probleme. Grandios. Wenn es danach geht, bin ich bereits am Ziel. Und es fühlt sich großartig an. Dennoch geht es für mich weiter. Denn meiner Natur nach bin ich nicht für einmalige Sprints geeignet. Ich bin da wie ein Pilger – allerdings mit lebenslangem Weg. Jetzt finde ich mich selbst gerade ziemlich weise. Ich möchte nämlich noch mehr Menschen weiterhelfen und noch mehr Probleme lösen. Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrung stetig professioneller bündeln und teilen.

Ich bin wie ein Pilger mit lebenslangem Weg

Die Zwillbos

Ich bin überzeugt davon, wenn man im Einklang ist mit seinen Talenten, seiner Intuition und seinen Werten, wenn man mutig seinen Träumen nachgeht, wenn man dieses Kitzeln in sich selbst nicht mit einem „Das geht doch eh’ nicht“ zu Boden watscht, dann wird es laufen. Selbstverständlich kenne ich Zweifel und miese Tage. Doch glücklicherweise bin ich mit einem absoluten High-End-Tool ausgestattet – womit wir eigentlich wieder beim Pferd wären. Denn in mir wohnt etwas, das vorwärts möchte. Das mal galoppiert – und sich auch vergaloppiert – das zuweilen scheut oder auch mal flüchtet. Doch es möchte in Bewegung bleiben. Und die Grundrichtung ist nach vorne.

Wenn ich in größtmöglichem Einklang mit meinen Fähigkeiten, Werten und Wünschen bin brauche ich nichts und niemanden, der mich zusätzlich motiviert. Dann gibt es Tage, da habe ich weniger Drive und Kreativität in mir. Dann gibt es Lebensabschnitte, in denen es äußere Bedingungen schwer machen. Dann gibt es Phasen, in denen ich Dinge umsetze, nach deren Erreichen ich mir denke „Ach nee, doch nicht“. Doch das Feuer geht nie wirklich aus. Es brennt auch nicht runter. Es nährt sich von selbst.

Meine Passion ist das Schreiben

Wenn ich meine Passionen gefunden habe – und die sind unbestritten das Schreiben, die Kommunikation und die Ermutigung – dann fällt es mir leicht, ihnen nachzugehen. Dann setze ich sie – nach meiner Familie – an oberste Stelle. Dann wähle ich weise zwischen Sofa und Schreibtisch. Dann kann ich mich gut auf das Wichtige fokussieren. Und das Wichtige ist immer das, was mich meinen Zielen näher bringt. Mit der kurzen Abwägung „Ist das jetzt dienlich oder nicht?“ treffe ich dann zig kleine Entscheidungen. Das hilft mir ungemein weiter zu kommen. Und ich warte nicht darauf, perfekt zu sein. Ich gehe los. Fake it ’til you make it. Das ist vielleicht platt, prägt sich aber ein und funktioniert. Schließlich lest ihr jetzt an dieser Stelle einen Beitrag von mir.

Ich kann nicht leugnen, dass ich manchmal vielleicht sogar halbbewusst selbst die Handbremse anziehe. Denn Erfolg löst in mir auch nicht selten eine unterschwellige Angst aus. So als würde ich plötzlich an einer hohen Felskante stehen. Dabei ist es nur das Sprungbrett. Ich arbeite an meinen Turmspring-Ängsten.

Manch’ einer mag sich jetzt denken, „Hoppla, was ist sie denn für ein Großkotz?!“. Bin ich nicht. Ganz und gar nicht. Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch das oben genannte Tool in sich trägt. Ich bin da keineswegs vom Universum bevorzugt behandelt worden. Vielleicht liegt es bei einigen etwas tiefer vergraben. Andere ahnen vielleicht gar nichts von ihrem Besitz. Doch ich bin mir sicher, dass es da ist. Manchmal muss man suchen. Meistens muss man das. Aber hey: Es ist erst wirklich verloren, wenn Mama es nicht mehr findet! Also los!

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2 Comments
  • Coach Tina
    Posted at 21:54h, 18 Dezember Antworten

    Super schöner Artikel, toll geschrieben und Wort für Wort lesenswert. Danke, Juli!! 🙂

  • Juli
    Posted at 22:04h, 30 Dezember Antworten

    Danke dir! Von Herzen!!!!

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