Stricken

Wie Stricken mich zu einer besseren Webdesignerin macht

Wie Stricken mich zu einer besseren Webdesignerin macht

Ich stricke schon immer. Ich habe schon gestrickt, als es noch keine Yarn-Camps gab. Noch bevor Schauspieler in der Drehpause „Stricken als das neue Yoga“ ausgerufen haben.

Als ich angefangen habe zu stricken, war das sozusagen ein weiteres Puzzlestück, dass mich (Brillenträgerin, Leseratte) als #Vollnerd in die Ecke das ganz uncoolen positioniert hat.

Und trotzdem: Ich habe schon immer gern gestrickt. Um runter zu kommen, um die Hände zu beschäftigen, um meine Gedanken zu sortieren.

Hörbuch hören (oder Podcast) und Stricken: Entspannt mich total.

Was hat das jetzt aber damit zu tun, dass ich dadurch eine bessere Webdesignerin bin? Ich verrate es:

Projekte beenden

Als ich mit dem Stricken angefangen habe, hab ich ganz kleine Brötchen gebacken. Schals, Socken, Mützen. Überschaubare Projekte, die mal an einem Wochenende fertig gestrickt werden können.

Ich habe mich so langsam aber sicher an kompliziertere Muster, dünnere Wolle und größere Projekte heran getastet.

Ich habe die große weite Welt der Online-Shops für Wolle und Strickmuster für mich entdekt und mich total darin verloren.

Ergebnis: Großeinkauf, riesen Materiallager und 14 verschiedene Projekte auf einmal angefangen.

Ein neues Projekt anzufangen, das hat seinen ganz eigenen Zauber. Die Welt ist voller Möglichkeiten und überhaupt ist Anfangen ja in jedem Bereich total sexy.

Das Problem: so kommt man eigentlich nirgendwo hin. Denn der Korb angefangener Projekte war einfach nur demotivierend.

Irgendwann habe ich meine Strategie geändert und erfahren, wie mächtig es ist, wenn ich mich auf genau ein Projekt fokussiere.

Fokus: Ein Projekt abzuschließen und einen Haken dran zu machen ist sogar noch besser. 

Das gilt auch für mich als Webdesignerin. Denn wer mich kennt weiß, dass ich meine Ziele stoisch verfolge. Mit #80istdasneue100 habe ich einen Hashtag, der genau das symbolisiert. Es geht nicht darum, ein Projekt zu perfektionieren, es geht darum, es abzuschließen.

Dazu muss man aber alle Ablenkungen ignorieren und sich wirklich auf genau ein Projekt konzentrieren. Eine Aufgabe nach der anderen.

Aufgeben

Verurteile mich jetzt nicht: Nicht alle der 14 Projekte habe ich abgeschlossen.

Für eins der Projekte, die ich angeschlagen hatte war die Wolle einfach nicht die richtige für das Strickmuster. Der Fall war nicht fluffig genug und mir war klar: So einen steifen Pulli werde ich auf keinen Fall jemals tragen.

Also alles wieder aufribbeln.

Wie viele Stunden ich da schon an dem Projekt gestrickt hatte: keine Ahnung. Viele.

Ja ich gebe zu: Es gibt Projekte bei denen es sich lohnt, auch mal die Pobacken zusammen zu keifen und sich durchzubeißen.

Aber mein Bauchgefühl trügt mich in solchen Fällen eigentlich nicht.

Und dann ist es auch ok, mal aufzugeben. Damit machst du in deinem Leben Platz für andere tolle Möglichkeiten und Projekte.

So mache ich das. Gerade in diesem Jahr habe ich ein paar wirklich interessante Projekte abgegeben, damit ich noch mehr Zeit habe, um mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich will: Richtig gute Webseiten für meine Kunden erstellen.

Recycling

Auch wenn mir keiner die Arbeitsstunden für den nicht beendeten Pulli zurück geben kann: Das Material habe ich wieder verwendet. Mit dem Garn habe ich einen meiner schönsten Schals gestrickt. Es gibt kaum kühle Tage, an dem ich diesen Schal nicht trage.

Und das kann ich wirklich 1:1 auf meine Arbeit als Webdesignerin übertragen. Manchmal arbeite ich für eine Kundenprojekt ein Konzept oder eine bestimmte Idee aus, die am Ende doch wieder gestrichen und nicht verwirklicht wird. Oder ich kaufe ein Theme oder ein Tool, das ich dann doch nicht nutze.

Die packe ich dann in meine Ressourcen-Box, oft ist es so, dass ich für ein kommendes Projekt nicht ganz bei Null anfangen muss. 

Und vor allen Dingen: die Zeit, die ich mit der Erstellung verbracht habe war exzellentes Techniktraining. Je mehr ich übe, desto besser werde ich. Und schneller. Und effizienter. Und erfahrener.

Das sind alles Ressourcen, die mir keiner nehmen kann. Die kann ich wunderbar für spätere Projekte nutzen.

Kleine Schritte zu großen Zielen

Nicht immer habe ich Zeit, um stundenlang am Stück zu stricken. Dann setze ich mich eben nur 5 Minuten hin. An dem Tag schaffe ich dann eben nur ein kleines Stück.

Diese vielen kleinen Stücke summieren sich allerdings schneller auf, als ich zuerst dachte.

Was ich dadurch gelernt habe: Strukturiert arbeiten. Mir gute Projektpläne schreiben. Immer genau zu wissen, was der nächste Schritt ist.

Dann habe ich auch immer ein paar kleine Aufgaben in Petto, die ich „mal schnell“ erledigen kann. Die das Projekt an sich voran bringen, auch wenn es sich an dem Tag nicht danach anfühlt, als ob ich weit gekommen wäre.

Stricken macht mich glücklich

Unabhängig davon, was ich alles gelernt habe gibt es noch eine Sache am Stricken, die alles andere überwiegt:

Stricken macht mich glücklich. Ich kann abschalten, meinen Gedanken nachhängen. Dabei fallen mir oft Lösungen für komplexe Problemstellungen ein. Denn beim Stricken nehme ich mir die Zeit, einfach nur mit meinen Gedanken auf der Couch zu sitzen. Das geht im turbulenten Alltag oft unter.

Ich weiß, dass ich damit nicht allein bin. Andrea von Stern und Berg häkelt zum Beispiel abends auf der Couch.

Und du? Strickst du auch?

Falls du mehr über mich lesen willst: Schau mal auf meiner Über mich Seite oder aber hier nach.

 

Scroll to Top