Zwei Jahre selbständig. Jede Menge Webseiten, konventionell und im Workshop-Format. Ich habe viele Gründer dabei begleitet, die ersten Schritte mit der eigenen Firma zu machen. Etliche Kurskorrekturen angestoßen und auch Relaunches umgesetzt.

Letzten Monat hatte ich dann sogar zwei Kunden, die mir mitgeteilt haben: „Ich gebe auf. Die Firma gibt es nicht mehr. Es hat einfach nicht geklappt.“

Aber woran liegt das eigentlich? Was machen die anderen richtig? Was haben diese beiden falsch gemacht?

Offen für Feedback und gandenlos ehrlich mit sich selbst

Du hast gerade 1000,- Euro in eine neue Webseite investiert und trotzdem bucht dich keiner?

Sei doch mal ehrlich zu dir selbst: Liegt das wirklich an der Webseite? Oder kann es sein, dass du keinen Traffic generierst? Hast du überhaupt Besucher auf deiner Webseite? Denn erst dann besteht die Möglichkeit, dass auch jemand bei dir kauft. Rechne mal mit einer Conversion Rate von 3%. Das bedeutet, für 100 Personen, die bei dir vorbeischauen, werden 3 Stück buchen.

Kann es sein, dass du gar keine Akquise machst und nur darauf wartest, dass die Webseite alle deine Akquise-Probleme löst? Ich gebe dir einen Hinweis: Das wird nicht passieren. Die letzte Kundin, die das geglaubt hat, hat jetzt wieder einen Job.

Um Besucher für deine Webseite zu generieren, brauchst du Suchmaschinenoptimierung oder Traffic aus Social-Media oder über Werbeanzeigen. Dafür musst du selbst sorgen.

Überhaupt musst du als Chef deiner eigenen Firma für alles selbst sorgen. Du bist immer zuständig. Je schneller du das einsiehst, desto eher kannst du dich dann auch darum kümmern. Aber Ehrlichkeit mit dir selbst und Einsicht ist immer der erste Schritt.

Den Arsch in der Hose, um Hilfe zu fragen

Niemand ist eine Insel. Keiner schafft es allein, ein Imperium aufzubauen.

Du hast ein Ziel, aber keine Ahnung, wie du es erreichen kannst? Frag doch mal jemanden, der schon dort ist. Lerne dazu, gehe auf Seminare und Workshops. Suche dir Coaches oder Berater. Frage Kollegen, frag deine Mama oder frag mich.

Du brauchst eine Familie und Freunde, die dich dabei unterstützen, deinen eigenen Weg zu gehen. Mein Mann hält mir so bedingungslos den Rücken frei, wenn ich Raum zum Wachsen brauche. Ohne ihn wäre ich mit meiner Firma bei Weitem nicht so erfolgreich.

Es ist immens wichtig, ein Netzwerk zu haben, dass dich trägt. Kollegen, mit denen du deine Ideen frühzeitig teilen kannst. Für mich ist das Andrea von www.sternundberg.de. Die Marketing-Expertin sagt mir auch mal, wenn ich mir da gerade einen riesen Quatsch ausgedacht habe. Mega Idee, aber leider ohne Verdienstmöglichkeiten. Kann schon mal passieren. Muss ich ja dann aber nicht zwingend in die Tat umsetzen. Das kommt dann einfach noch mal eine Weile in die Schublade.

Finde Stammkunden, die dir Feedback auf neue Produkte und Services geben und dir dabei helfen, dich weiter zu entwickeln. Neue Produkte und Services teste ich fast immer mit Tina von www.leadyourself.de. Sie gibt mir das beste Kundenfeedback, das ich mir wünschen kann. So ehrlich, dass ich in Lichtgeschwindigkeit vom Prototypen zum fertigen Produkt komme. Und das mit ganz viel Spaß in der Produktentwicklung.

Biss und Durchhaltevermögen

Einfach dranbleiben, weiter machen. Den frohen Mut (und Willen zum Wahnsinn) einfach nicht verlieren, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Denn das wird es ganz sicher.

Es wird Kunden geben, die nicht zahlen. Die gibt es immer. Dann brauchst du Rücklagen. Und die Bereitschaft, deine persönlichen Ausgaben für einen begrenzten Zeitraum auf ein Minimum zu reduzieren. Das ist als Single deutlich einfacher. Als Familie müssen dann eben alle kürzer treten und zurückstecken. Wir haben das in der Familie vorher besprochen und sind uns da absolut einig, dass wir lieber auf Konsum verzichten, als an unsere Rücklagen zu gehen.

Bei mir werden auch IMMER in wichtigen Projektphasen die Kinder krank. Dann kann ich sie nicht in den Kindergarten bringen (es will auch sonst niemand während der eigenen Arbeitszeit auf meine kranken Kinder aufpassen) und für mich bedeutet das: Pobacken zusammenkneifen und nachts an den Rechner setzen. Dann kümmert sich mein Mann um die kleinen Patienten und ich arbeite, statt zu schlafen. Ganz sicher nicht optimal. Aber kurzfristig überlebbar.

Solche Phasen werden immer wieder kommen. Das ist ganz sicher. Wichtig ist, dran zu bleiben. Einfach nicht aufzugeben. Weiter atmen. Weiter machen. Einen Fuß vor den anderen Setzen. Schritt für Schritt. Das Ziel fest im Blick.

Im Zweifel den Kurs ändern, neue Wege probieren. Andere Lösungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Aber nie das Ziel anzweifeln.