12 Monate selbständig, ein Rückblick

Erst mal war alles sehr aufregend und es gab so unfassbar viel zu tun: Gewerbeanmeldung, Strategiegespräch mit meiner Steuerberaterin und dann hatte ich auch gleich die ersten Kunden. Dabei war nur so wenig Zeit. Die Kinder haben einen Kindergartenplatz, allerdings nur von 7:00 – 12:00 Uhr.
Mein Mann hatte gerade beruflich eine 180° Wende hin gelegt. Die Absprache war, dass ich ihm uneingeschränkt den Rücken frei halte und das war eine Familien-Entscheidung.

Von nix kommt nix

Da saß ich erst mal wochenlang abends am MacBook und habe einfach abgearbeitet. Als Webdesigner in Mainz gab es von Anfang an viel für mich zu tun.

Zu meiner Selbständigkeit habe ich mir ein Coaching bei Tina Sperling in Büttelborn gebucht und auch ihr Programm gekauft, um allein weiter zu arbeiten. Das war meine erste Investition. Und eine meiner besten. Wir haben klare Ziele definiert und auch an Grenzen gesetzt. Ich bin ein Ober-Streber und da muss ich schon aufpassen, dass ich nicht zu viel am Rechner sitze und auch nicht zu viele Kundenaufträge annehme.

Die erste Zeit war irgendwie unwirklich. Meine eigene Firma hat sich noch gar nicht nach „mir“ angefühlt. Ich hatte ja so viel zu tun, da hatte ich erst mal gar keine Zeit für meinen eigenen Internetauftritt. Als Webdesignerin. Hahahaha!

Gebucht wurde ich über Empfehlungen

Das lief von Anfang an wirklich gut.

Angefangen habe ich als Webdesigner in Mainz für kleine erfolgreiche Handwerksbetriebe. Das hat sich für mich angeboten: mein Mann war 17 Jahre Maler und arbeitet immer noch im Handwerk, wenn auch nicht mehr auf dem Gerüst. In der Branche kannte ich mich gut aus. Es gibt so unglaublich viele gute Betriebe, die in ihrem Gewerk hervorragend sind, aber eben keine Ahnung vom Webdesign haben. Warum sollten sie auch. Ich kann ja auch kein Dach decken oder eine Heizung einbauen. Das hat einfach gepasst. Und da war ich oft genug Full-Service-Agentur für meine Kunden. Fotografenbriefing schreiben, Stockfotos aussuchen, Texte erstellen, alles auf der Homepage zusammen stellen, dazu immer den ersten Satz Briefpapier, Visitenkarten und auch gern so Kleinigkeiten wie ein Stempel oder einen guten Rat, wie man eigentlich am besten „das Büro macht“. Damals hatte ich mein Workshop Konzept noch nicht ausgearbeitet.

Aus dem Freundeskreis wurde ich immer wieder gefragt: „wie machst du das denn mit zwei so kleinen Kindern (die waren da 1 und 2), dass du dich auch noch als Webdesigner in Mainz selbständig machst?“

Ich habe unglaublich viel gelernt als Selbstständige im Nebenerwerb. Das war auch eins meiner Ziele, die ich mit Coach Tina fest gelegt hatte. Ich wollte die Freiheit haben, nach zwei Jahren Babypause wieder etwas zu lernen.

Ich habe von Anfang an immer in mich selbst investiert

Coaching, Bücher

, Onlinekurse oder Konferenzen: wenn es thematisch gepasst hat und ich die Kapazitäten hatte, das auch noch zu stemmen, habe ich da nicht zwei mal überlegt.

Natürlich gab es auch schwierige Zeiten – auch mal wirtschaftlich. Ich bin ja nicht mit großen Rücklagen gestartet und wollte die Firma auch nicht aus unserem Familienkonto finanzieren. Ich hatte einen Kunden, der für einen großen Auftrag mit sehr viel Verzögerung gezahlt hat. Das hat unheimlich viele Zeit gekostet (wie oft ich dort angerufen habe) und an diesem Auftrag habe ich einiges gelernt. Zum Beispiel, wie man eine sehr persönliche Mahnung schreibt.

Insgesamt hat sich das Abenteuer Selbständigkeit allerdings immer richtig angefühlt und die Richtung stimmt für mich  

Der Blog hat sehr schnell eine Eigendynamik entwickelt. Schon im März habe ich einen Vortrag auf einer kleinen Konferenz gehalten und bin auch für September und Oktober gleich noch mal gebucht worden. Da konnte ich wertvolle Kontakte knüpfen und habe auch immer Kundinnen und Aufträge mit nach Hause gebracht. Ich arbeite immer noch gern mit Handwerkern zusammen, aber inzwischen ist das nicht mehr der Schwerpunkt in meinem Unternehmen, sondern nur noch ein sehr kleiner Teil.

Dazu kam dann schon im ersten halben Jahr der erste Rahmenvertrag. Darüber habe ich mich so dermaßen gefreut. Ich arbeite gern im Team und so kann ich meine fixen Kosten für alle meine geplanten Projekte bis zum Jahresende locker abdecken.

Mein typischer Arbeitsalltag 

Bei uns zu Hause wird noch vor den Hühnern aufgestanden. Spätestens 5:00 Uhr klingelt mein Wecker. Ich brauche wenigstens ein bisschen Vorlauf, damit ich ganz in Ruhe und alleine die Zähne putzen und den ersten Kaffee trinken kann. Um 7:00 Uhr bringe ich die Kinder in den Kindergarten und danach geht es direkt ins Homeoffice.

Am Anfang haben wir mit den Homeoffice Mädels in Büttelborn einmal im Monat zum Mittagstisch im Dorfkrug getroffen. Das ist so gar nicht hip, cool, trendy oder vegan-Berlin sondern einfach nur urig gemütlich mit lecker essen und zentral gelegen in Büttelborn City. Da kam auch regelmäßig Coach Tina.

Denn als wir gemerkt haben, dass wir uns super ergänzen, haben wir direkt eine Mastermind gegründet. Das kann ich jeder von euch nur empfehlen. Sucht euch jemanden, mit dem ihr über eure Firma bzw. euer Blog reden könnt. Detailliert, strategisch und auch mal emotional. Das Feedback, das ich aus unserer Mastermind bekomme ist für mich unfassbar wertvoll. Die gegenseitige Unterstützung inzwischen oft bedingungslos. Das ist wirklich einzigartig und besonders.
=> Tina und ich treffen uns aber immer noch regelmäßig. Inzwischen allerdings beim Troja Döner zum #DönerJourFixe

Womit ich mein Geld verdiene

Nach wie vor mache ich immer noch viel als Webdesigner in Mainz und Umgebung.

Ich coache inzwischen auch kleine erfolgreiche Unternehmen, die ihren digitalen Auftritt deutlich verbessern wollen. Ich biete Marketing-und Strategieberatung an.
Das hat sich ganz natürlich entwickelt, nachdem ich bei einem Unternehmen die Website gemacht habe. Ich sehe einfach, was langfristig der nächste Schritt sein muss. Das ist als Inhaber oft nicht so einfach, man ist da oft zu nah dran.

*

Was ich gelernt habe

  • Speaker sein I LOVE.
  • immer einen Schritt weiter, als die Kundin: reicht.
  • #80istdasneue100

Die 3 besten Erfahrungen

  • Ausdrucken der ersten eigenen Rechnung, das war grandios geil.
  • Das Vertrauen, dass mir meine Kunden entgegenbringen. Denn die eigene Homepage ist schon sehr persönlich. Das ehrt mich, wenn ich die mit gestalten darf.
  • Meine Gang. Ich liebe einfach meine Mädels!

Die 2 schlimmsten Erfahrungen (drei bekomme ich gar nicht zusammen)

  • Ein nicht zahlender Kunde und der damit verbundene Vertrauensbruch. Ich bin da altmodisch: Handschlag zählt.
  • Meine Homepage ist vor einem Event zusammengebrochen. Da wollte ich eigentlich für meinen Kurs akquirieren.

Mein schönstes Kundenfeedback

  • Mareike, ohne dich möchte ich nicht mehr arbeiten!

Was ich mir für die Gründerinnen und Gründer in Mainz wünsche

  • Viel Rückhalt aus der Familie und einen bezahlbaren Betreuungsplatz.
  • Eine solide Mastermind Gruppe.
  • Viele neue Impulse und Ideen aus Veranstaltungen, denn hier lernst du die Partner für künftige Kooperationen kennen. Das ist so so wichtig!

Wie hast du denn deine Firma gegründet? Und wie war dein erstes Jahr als Selbständige?

 

 

4 Kommentare zu „12 Monate selbständig, ein Rückblick“

  1. Liebe Mareike,
    was ein toller Jahresrückblick und du kannst echt stolz auf dich sein. Ich bin sehr froh, dich kennen gelernt zu haben, du bringst mich nämlich (vielleicht sogar unbewusst und zufällig) auf immer neue Ideen.Dank dir werde ich jetzt zum ersten Mal meine Blogziele aufschreiben.
    Auf 2018!!!

    1. Oh mach mal! Und dann ziehen wir nächstes Jahr Bilanz! Ach und du bist doch auch so eine Kandidatin für ein Bügelperlen-Vision-Board 😉
      P.S.: hast du dein Horoskop schon geschrieben?

  2. Liebe Mareike
    Ich liebe Blogbeiträge wie deine, denn sie motivieren mich ☺️
    Ich bin erst letzten Februar mit meinem Blog online geganen. Es sollte ein Hobby sein, ans Geld verdienen habe ich nicht gedacht. Jetzt sieht das alles etwas anders aus, es hat sich ganz anders entwickelt als ich gedacht habe. Mein Blog hat mich aus einer einer Kriese geholt und ich habe generkt, dass ich etwas eigenes aufbauen. Ich möchte Mamis dazu annimieren, auch etwas zu wagen. Leider bin ich nicht Webdisignerin, muss mir also andere Wege suchen um Geld reinzuholen. Und in der Schweiz ist das mit Kinderbetreuung auch so eine Sache, aber nun ja. Step by Step! Erst Mal meine Seite auf Vodernann bringen und Themes änder, da bin ich schon genig gefordert. 😉
    Weiterhin viel Erfolg dir, ich behalte deine Seite im Auge! ☺️

    1. Da freu ich mich. Dir weiter viel Spaß hier und auch beim Bloggen! Die Kinder werden größer und das Leben ist halt einfach das Leben 😉

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