Ziele erreichen für Profis und Fortgeschrittene

Setz deine Ziele doch gleich so, dass du nur gewinnen kannst!

Ganz ehrlich: wer feiert denn nicht gern. Wir feiern Erfolge und Jubiläen. Wir feiern Ziele, die wir endlich erreicht haben und natürlich feiern wir auch das Leben. Warum auch nicht.

*

Nur: was machst du, wenn es bei dir gerade nichts zu feiern gibt? Und das schon seit Wochen oder seit Monaten?

Du folgst mir auf Instagram und liest meinen Newsletter. Du setzt meine Tipps sorgfälig um und trotzdem bewegt sich nicht wirklich was. Deine Klickzahlen für Webseite steigen nur gaaaaaaaanz langsam. Also so hattest du dir das nicht vorgestellt. Und überhaupt: dieses ganze SEO Gedöns und Social Media ist so unfassbar zeitaufwändig…

Und trotzdem: der große Durchbruch war einfach noch nicht dabei

Du bist immer noch nicht mega erfolgreiche mit deiner Firma. Bist nicht die, die sich abends bei einem Glas Winzersekt mit ihrem Mann darüber unterhält, ob er seinen gut bezahlten Job als Ingenieur an den Nagel hängt, um in dein Unternehmen einzusteigen. IMMER NOCH NICHT.

Vor allem im Dezember, reden alle darüber, was sie dieses Jahr so geschafft haben und wie sie ihre top Ergebnisse im nächsten Jahr auch noch übertreffen wollen UND WERDEN.

Und bei dir? Totale Demotivation. Keine mega Ergebnisse, keine riesen Follower Scharen, die Kunden rennen dir auch nicht die Bude ein. Kein Platz auf Google Seite 1. Einfach nix. Es tut sich nichts. GAR NICHTS.

Zeit für einen Jahresrückblick

Ich habe meinen Jahresrückblick auch schon geschrieben. Da häufen sich natürlich die Erfolge. Ist doch klar. Hallo, du liest hier doch sicher nicht den ersten Artikel. Nicht umsonst nennt Coach Tina mich inzwischen Mareike „da wo ich bin ist vorne“ Schamberger.

Ich habe mir für dieses Jahr viel vorgenommen und auch viel davon geschafft. Das rockt natürlich. YIEHA!

Das ich so viel geschafft habe, liegt aber für mich vor allem daran, dass ich mir eine sehr gesunde Einstellung zum Scheitern und zum Fehler machen zugelegt habe.

Für mich gehören Fehler immer zum Prozess

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wer arbeitet, macht Fehler und wer viel arbeitet, macht viele Fehler.

Bei anderen war ich da schon immer sehr nachsichtig. Für mich selbst musste ich das erst lernen. Gar nicht so einfach für so einen Parade-Streber wie mich.

Dazu kommt dann auch noch die Sache mit den Absagen und Ablehnungen. Eins meiner großen Ziele für dieses Jahr war ja die Perfektionierung meines Webdesign-Workshop-Konzepts.

Nur: wenn so ein geniales Konzept fertig ist, wacht man nicht morgens auf und ist ausgebucht. Da musste ich mich auf meinen Popo setzen und Kunden akquirieren. Da hat sich übrigens auch seit der 5. Klasse nichts geändert.

Da nehme ich jedes mal meinen ganzen Mut zusammen und erzähle einer Kundin, dass ich mich in ihre Geschäftsidee verliebt habe. Und dann kommt der Moment, wo ich die Luft anhalte und ganz langsam abwarte, ob sie bucht oder eben nicht.

Ein „Nein“ hört doch niemand gern. Auch ich nicht. Ich bin da zwar wirklich eine taffe, aber aus Teflon bin ich jetzt auch nicht, dass alles gerade an mir abperlt. Vor allem, weil ich ja auch seit ich Kinder habe immer öffentlich scheitere. Denn bevor ich mich bewerbe, muss ich in der Theorie die Betreuungssituation klären, denn wenn ich die Zusage kriege, komme ich auch.

Wenn ich die Zusage aber nicht bekomme…….. Da muss ich mir schon mal eine Minute nehmen und mich sammeln. Dann sage ich eben dem Babysitter wieder ab. Klopfe meine Knie ab und richte mein Krönchen und dann wird weiter marschiert. Dabei behalte ich mein Ziel fest im Blick, so dass ich mich nicht verlaufe.

Ziele fomulieren

Das Wichtigste aber ist die Formulierung meiner Ziele. Und die Perspektive, die ich mir damit gebe.

Jetzt denkst du vielleicht, ich zähle die Smarty Ziele auf. Mache ich auch.

S: specific = spezifisch

M: mesurable = messbar

A: attainable = erreichbar

R: relevant = wichtig

T: timely = mit fester Deadline

Y: why = es gibt einen Beweggrund, warum du das machen willst (besser MUSST!)

*

So viel zur schnöden Theorie. Ich wiederhole mich da aber noch mal.

Formulierung und Perspektive entscheiden darüber, ob du deine Ziele erreichst

Es gibt Prozess-Ziele und Ergebnis-Ziele.

Und ich habe mich von Ergebnis Zielen schon lange verabschiedet. Das macht für mich in meinem Leben überhaupt keinen Sinn mehr.

Wahrscheinlich kannst du es besser verstehen, wenn ich das mal mit einem meiner Ziel erkläre.

Zielfindung:

Ich will nächstes Jahr noch mehr Workshops machen.

Ergebnis-Ziel: Ich will in 2019 ganze 24 richtig gute Webseiten machen.

Prozess-Ziel: Ich will mich in 2019 bei 52 Kunden als Webdesignerin bewerben. Und eine Antwort vom Kunden bekommen.

Das ist schon ein ordentliches Ziel, denn ich finde tatsächlich die meisten meiner Kunden offline. Also auf Vorträgen bei der IHK Darmstadt oder auf dem Online Marketing Lunch in Worms oder zum Beispiel über die Veranstaltung der Unternehmerinnen Ried.

Da ich Absagen auch nicht so richtig schön finde, formuliere ich das noch mal so um, dass ich noch motivierter bin, das Prozedere wirklich 52 mal durch zu exerzieren.

Ich will 2019 unbedingt 52 mal Feedback zu meinem Pitch erhalten

Das bedeutet, dass ich bei jeder Bewerbung auch nachhaken muss. Keiner hat das Recht, mich einfach so stehen zu lassen. Ich hole mir immer eine Antwort und wenn es geht auch ein Feedback.

Danach kann ich mein Häkchen immer erst dann setzen, wenn ich offiziell abgelehnt wurde. Das ist psychologische Kriegsführung Level 4.

Ich gehe also IMMER und zwar auch bei einer Absage mit positivem Gefühl aus der Sache raus. Denn Ziel ist die Antwort. Egal ob ich sprechen darf oder nicht.

Netter Nebeneffekt: wenn du genug Spaghetti an die Wand wirfst, bleiben immer ein paar kleben.

Da ich nicht vorhabe, halbherzige in den Prozess zu gehen, werde ich ganz sicher die eine oder andere Zusage bekommen. Und auch wenn ich dafür keinen Haken an meine Ziele Liste machen darf: Da freue ich mich sicher auch. So ein ganz kleines bisschen. Das ist dann sozusagen die Kür. Dann muss ich eben noch jemanden suchen, der sich hier in Darmstadt selbständig machen will und von meinen Workshops erzählen. Und wenn das eine Zusage für 2020 ist. Mir doch egal.

52 Antworten sind 52 Antworten sind 52 Antworten.

Und da die meisten Menschen besser werden, wenn sie eine bestimmte Sache oft üben, schaden mir die 52 Akquiseprozesse mit Sicherheit nicht. Denn ganz im Zweifel nehme ich damit Anlauf für 2020.

*

Wer schreibt, der bleibt

Um am Ende des Jahres Bilanz zu ziehen, hilft es mir sehr, wenn ich meinen Prozess detailliert aufschreibe. Dazu nutze ich das „Dran bleiben“ Journal.

Ich starte jeden Morgen damit, mein Ziel zu wiederholen. Noch mal und noch mal und noch mal. In der Endlosschleife. Bis es ENDLICH im Unterbewusstsein angekommen ist. Wichtig ist dabei, dass es sich um ein Prozess-Ziel handelt, denn das kann ich schnell erfüllen. Wenn ich 52 Antworten auf meinen Pitche haben will, dann weiß ich, dass ich jede Woche eine potentielle Kundin finden muss, die mir antworten kann.

„Eine Antwort für diese Woche“ Das ist mein Ziel. Und schon starte ich motiviert in den Akquiseprozess. Ich protokolliere auch Erfolge und Verbesserungspotential. Denn nur so kann ich langfristig über mich hinaus wachsen.

Und so arbeite ich auch mit meinen Kunden

Du glaubst ja nicht wirklich, dass es auch nur einen einzige Selbständige da draußen gibt, die zu mir kommt und einen Webdesign Workshop buchen will, weil sie das schon als kleines Kind so fasziniert hat. Da musst du ja selbst mal schmunzeln.

Die Kunden, die mich buchen, wollen alle erfolgreicher mit der eigenen Webseite verkaufen.

Die Mädels wollen damit was zum Familieneinkommen beitragen und sich trotzdem um die Kinder kümmern. Sie wollen sich ihre Arbeitszeiten selbst einteilen und sich nicht jedes mal rechtfertigen, wenn eins der Kinder krank ist. Bei einem Chef, der kein Verständnis dafür hat, dass man dann eben daheim bleiben muss. Denn er macht das ja auch nicht (ist klar, da macht das wohl auch die Mama).

Die Handwerker wollen einen Ansprechpartner auf Augenhöhe. Keine Agenturtussi, die sie belächelt, weil sie keinen Mac haben und ihre Rechnungen in Excel schreiben.

Richtig gutes Webdesign  ist nur eine Maßnahme, die dabei helfen soll, genau dieses Ziel zu erreichen. Und mit der eigenen Firma kann man nicht über Nacht unfassbar große Erfolge erzielen. Zumindest nicht, wenn man auch noch den Einkauf machen muss und beide Kinderzimmer aufräumen.

In dem Fall kann man das tatsächlich gut mit meiner 52-Absagen-Challenge vergleichen. Denn um da langfristig weiter zu kommen, braucht man richtig Biss und Durchhaltevermögen.

Deswegen erarbeite ich mit meinen Kunden Prozess-Ziele.

Die Zahlen kommen dann später. Wenn die Prozesse stimmen, kommen die Zahlen dann „von alleine“.

Also wie wäre es denn damit:

Ergebnis Ziel: Ich will in 2019 jeden Monat 3.000 Euro Umsatz haben.

Prozess-Ziel: Ich will in 2019 jede Woche einen Kunden akquirieren.

Dazu gehe ich jeden Monat auf ein Netzwerk-Treffen, überzeuge die neuen Kontakte hinterher über meine Homepage, den Newsletter und meinen Instagram Kanal.

Ich rede hier übrigens bewusst von Umsatz, denn das Fass mit dem Gewinn und den Kosten mache ich heute nicht auf. Da schreibe ich einen eigenen Blogartikel drüber.

*

Wenn du dich an die Prozesse hältst, hast du dir nichts vorzuwerfen. Du kannst ein Fleißsternchen nach dem anderen einheimsen und dir für jede Woche ein Häkchen auf der Ziele-Liste machen.

Du verbesserst dich stetig und übst. Du übst dich nämlich auch am Scheitern. Und das nächste mal scheiterst du einfach noch besser. So mache ich das.

Und wenn du dann irgendwann noch mal auf deine Zahlen schaust, dann sind die sozusagen als kleiner Kollateralschaden wahrscheinlich schon ein ganzes Stück besser.

Wichtig ist dabei aber immer:

Steck dir deine Ziele realistisch und plane Puffer ein. Nichts ist demotivierender, als „jetzt ist es auch schon egal“.

Was sind deine Ziele für 2019? Schon welche gesteckt oder bist du noch völlig planlos?

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top