Ich liebe mein Homeoffice.

Webdesigner Schreibtisch

Deswegen habe ich ja auch schon ein paar mal darüber geschrieben. Zum Beispiel, das mein iPhone eins meiner liebsten Tools im Homeoffice ist. Ach und weil ich Pinterest liebe, habe ich hier noch eine Ideenliste, wie mein Arbeitszimmer eigentlich aussehen sollte, wenn ich irgendwann mal ein eigenes bekomme
=> inzwischen habe ich eins! und ich teile noch das Büro mit Coach Tina von Lead Yourself, das ist auch in Büttelborn.

Ich kann mir nicht mehr vorstellen, die Arbeitswelt wieder mit einem klassischen 9-to-5 Job zu bereichern. Das hat zwei Gründe:

erstens, dass mir die flexiblen Arbeitszeiten in Kombination mit der Tatsache, dass ich absolut überhaupt kein bisschen pendeln muss als Mama sehr entgegen kommen und

zweitens, dass ich vor den Kindern fast zehn Jahre ganz klassisch in einem großen Unternehmen in Frankfurt viele viele Stunden im Büro verbracht habe. Mit allen Vor- und Nachteilen. Vielleicht war es für mich auch einfach mal Zeit, etwas anderes zu probieren.

Ich bin damit auch bei Weitem nicht die Einzige hier im Rhein-Main-Gebiet.

Trend zu mehr Home Office

Außer mir nutzen auch noch alle anderen selbständigen in Deutschland ihr Home Office. 50% sogar ausschließlich. Das Team von Statista hat jetzt leider die Mütter nicht explizit ausgewiesen, aber man kann die Richtung doch sehr stark sehen. Eine andere Statistik zeigt, dass nur 28% der deutschen am aller liebsten im Büro arbeitet. Allerdings bieten nur 30% der Arbeitgeber die Möglichkeit an, für einen oder mehrere Tage die Woche im Home Office zu arbeiten (Quelle: Statista).

35% würden für eine Stelle mit Home Office und mehr Freiheiten sogar ihren Job kündigen. Das ist mal eine Aussage (Quelle: Statista).

Für mich stand nicht prinzipiell fest, dass ich nach den Kindern (6/2014 und 7/2015) meinen Job auf Eis lege. Selbständig als Webdesigner in Darmstadt in der Elternzeit.

Da ist einfach das Leben über mich herein gepurzelt. Mein Mann hat sich beruflich nach 17 Jahren als Maler auf dem Gerüst komplett neu erfunden und ich halte ihm seit 2015 vorbehaltlos genau dafür den Rücken frei. Er ist viel unterwegs. Unser Familienkonzept sieht also vor, dass ich eher so alleinerziehend mit Mann bin. Damit bin ich absolut nicht unglücklich. Es war eine Famlien-Entscheidung und ich habe auch dafür gestimmt.

Das ich also kürzer trete war gesetzt und damit war es nicht mehr so ohne Weiteres möglich in meinen alten Job zurück zu gehen.

Unser Plan war, dass ich mich in der Elternzeit nach einer Alternative in der Region umschaue oder mich als Webdesigner in Darmstadt selbständig mache, um dann mal zu schauen, wo die Reise hin führt. Das sollte passieren, sobald der Kleine zwei ist.

In der Elternzeit darf ich ja bis zu 30 Stunden in der Woche arbeiten. Und das bei einem beliebigen Arbeitgeber. Auch für die eigene Firma. Meinen alten Job wollte und will ich nicht komplett kündigen. Ich mag meinen Arbeitgeber und nur, weil gerade die Bedingungen von beiden Seiten aus nicht passen, heißt das nicht, dass das so bleibt. In drei Jahren nach meiner Elternzeit hat meine Personalerin die Chance, eine Mitarbeiterin zurück zu holen, die sich fortgebildet und weiter entwickelt hat und über deutlich breiteres Spektrum verfügt. Könnte Win/Win werden (berichte ich dann).

Gut, also der Plan stand fest und da kam mir dann die eigene Firma dazwischen. Da war der Kleine noch kein Jahr. Heimarbeit, flexible Arbeitszeiten, extrem netter Chef, flache Hierarchien (haha, ich bin meine einzige Kollegin), sehr interessante Projekte und am Ende des Tages hat es sich bei mir finanziell schon immer gelohnt. Es hat sich selten irgendwas in meinem Leben so richtig angefühlt wie mein eigener Chef zu sein.

Lies doch gerade den letzten Absatz noch mal und schau, in welcher Reihenfolge ich das aufgelistet habe. Genau das ist meine Gewichtung.

Und so funktioniert das für uns.

Mit was ich mein Geld verdiene

Ich helfe Gründern  über die technischen Hürden, die so eine eigene Firma mit sich bringt. Mein Schwerpunkt ist der Internetauftritt. Ganz klassisch von neue Homepage erstellen über SEO Tipps und ganz selten bin ich auch als Social Media Experte in Darmstadt unterwegs. Zum Beispiel, um ein Newsletter-Konzept inklusive Freebie zu erarbeiten.

Ich stehe jeden Morgen um 5:00 Uhr auf und erledige vor dem Kindergarten die erste Runde Hausarbeit und/oder Social Media. Bei aller Flexibilität, was meine Tätigkeiten im Büro angeht: Gleitzeit hatte ich seit 2013 nicht mehr. Die Kinder stehen IMMER früh auf. Auch wenn es abends später geworden ist.

Mein Betriebsrat (die heilige Monika, denn wer außer der Schutzpatronin der Mütter sollte mein Betriebsrat sein?) schmunzelt immer nur, wenn ich was von Schichtzulage auf meinen Stundenzettel schreibe, nur weil ich nachts sechs oder acht mal aufstehen musste. Das machen die Kinder übrigens nicht grundlos. Meist sind sie dann krank und ich darf morgens vor 7:00 Uhr auch noch auf spontan einen Babysitter für den Tag organisieren. Oder eben meine Termine umplanen.

Mein Pensum ist momentan so hoch wie noch nie. Das schaffe ich nur, weil ich extrem gut organisiert bin und wirklich motiviert. Und weil ich noch nie so zufrieden in und mit meiner Arbeit war. Ich liebe meinen Job. Ich liebe die einsame Tüftelei und ich liebe es mit Kunden zu arbeiten.

Ich bin ein Pedant und habe meine ToDo Liste akribisch im Trello eingepflegt. Ich setze mir für alles, was abzuarbeiten ist eine knappe Deadline und halte mich auch daran. Je mehr Zeit ich mir für eine Aufgabe nehme, desto mehr brauche ich auch. Insgesamt kann ich jedem nur raten, sich davon zu verabschieden, alles immer super perfekt machen zu wollen. #80istdasneue100 Ladies.

Ich nutze mein iPhone als kleines mobiles Büro, wobei ich sehr darauf achte, in meiner Freizeit auch präsent für meine Kinder zu sein und nicht immer nur am Handy. Aber es ist immer mal wieder praktisch, dass ich es nutzen kann, wenn ich es brauche.

Schlaf und Ernährung sind für mich absolute Prio 1

Ja, ich schreibe oft abends und sitze nicht auf dem Sofa und schaue weißt der Teufel was alles auf Netflix oder InstaStories. Aber meine Grenze ist 22:00 Uhr. Da gehe ich nur in absoluten Ausnahmefällen drüber.

Bei mir funktioniert das nur, weil ich mir für meine Firma erlaube, dass ich in meinem Tempo wachse und ausschließlich und immer nur für Wunschkunden arbeite, die zu mir passen. Und wenn es nicht passt, dann wird halt mal nicht gewachsen. Diese Höher-Schneller-Weiter Menthalität bin ich nicht. Ich bin genau so zufrieden, wenn ich nächstes Jahr zwei Kunden weniger habe. Oder genau so viele. Bei genau genau gleich viel Umsatz. Oder weniger. Die Richtung muss stimmen. Solange ich für meine Familie damit Geld verdienen kann und mir das einen riesen Spaß macht, ist das für uns genau das Richtige.

Als letzte Amtshandlung mache ich mir jeweils für den nächsten Tag eine Übersicht, was unbedingt abgehakt werden muss. Damit schließe ich gedanklich mein Büro ab und lasse es dann auch gut sein. Wer da lieber mit Zettel und Stift arbeitet, kann sich so eine Liste bei Andrea herunter laden oder bei Lead Yourself kaufen.

Und das wiederhole ich jetzt, weil es so wichtig ist: abschließen

Damit leben, dass als Selbständige die ToDo Liste immer viel zu voll ist. Damit leben, dass ich die Kinder nicht planen kann. Dass sie immer nacheinander krank sind und immer den Mann anstecken. Das ich dann eben JETZT alles stehen und liegen lassen und eine Extra-Runde drehen muss.

Prioritäten setzen, etwas streichen. Neu sortieren, nicht entmutigen lassen, immer im Moment leben und das Leben genießen.

So funktioniert das für mich und so ist das eine Bereicherung für uns als Familie.

Wie handhabst du das? Was sind deine Prioritäten?

 

2 Kommentare zu „Arbeiten im Home Office – I LOVE!!!“

  1. Hey Mareike,
    „Prioritäten setzen, etwas streichen. Neu sortieren, nicht entmutigen lassen, immer im Moment leben und das Leben genießen.“
    Toller Schluss für deinen Text, kann ich so unterschreiben.
    Wir haben zwar noch keine Kinder, aber im Prinzip ist es „kinderlos“ nichts anderes. Der Terminplan ist immer übervoll und es passiert immer dann etwas Dummes, das 100% Aufmerksamkeit erfordert, wenn man es beim besten Willen nicht gebrauchen kann 😀
    Schöne Grüße,
    Caro

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